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Wir leben nicht artgerecht – warum Ayurveda heute wichtiger ist denn je

Autorenbild: Dattelchutney
Dattelchutney
vor 11 Minuten
5 Min. Lesezeit

Was das vedische Zeitalter Kali Yuga mit unserem modernen Lebensstil zu tun hat und warum wir heute mehr Ruhe, Erdung und Stabilität brauchen.


„Wir leben nicht artgerecht.“


Diesen Satz habe ich vor Kurzem im ayurvedischen Kontext aufgeschnappt. Und ich finde, er trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf.Denn wenn wir uns anschauen, wie wir heute leben und was unser Körper und unsere Seele eigentlich brauchen, liegen da oftmals Welten dazwischen.


Wir hetzen von Termin zu Termin, sind ständig erreichbar, konsumieren unzählige Informationen und haben dabei oft das Gefühl, dass der Tag eigentlich viel zu wenig Stunden hat.

Sind wir wirklich für dieses Leben gemacht?

Aus ayurvedischer Sicht gibt es darauf eine interessante Antwort. Und die hat sogar etwas mit einem jahrtausendealten Weltbild zu tun.


Kali Yuga – leben wir im Zeitalter der Unruhe?

In der vedischen Tradition und der hinduistischen Kosmologie wird die Entwicklung der Welt in vier große Zeitalter, die sogenannten Yugas, eingeteilt.

Diese vier Zeitalter bilden einen immer wiederkehrenden Kreislauf:

  • Satya Yuga – das goldene Zeitalter: Wahrheit, Spiritualität und Dharma, die kosmische und moralische Ordnung, sind vollständig ausgeprägt.

  • Treta Yuga: Die spirituelle und moralische Ordnung beginnt abzunehmen.

  • Dvapara Yuga: Dharma und innere Klarheit gehen weiter zurück.

  • Kali Yuga – das dunkle Zeitalter: Unruhe, Konflikte, Materialismus und die Entfernung von spirituellen Werten nehmen zu.

Nach traditioneller hinduistischer Zeitrechnung befinden wir uns derzeit im Kali Yuga, das 3102 v. Chr. begonnen haben soll.

Und jetzt kommt die weniger erfreuliche Nachricht: Dieses Zeitalter soll insgesamt 432.000 Jahre dauern.

Wir wären demnach also noch ziemlich am Anfang. 😊

Allerdings gibt es auch eine schöne spirituelle Vorstellung: Es heißt, dass die Seelen, die sich für eine Inkarnation im Kali Yuga entscheiden, besonders mutig sind.

Ich persönlich glaube daran, dass jede Seele bewusst wählt, wann sie wieder auf die Erde kommt. Und wenn wir dieser Vorstellung folgen, sind wir offenbar alle ziemlich mutig, die wir gerade hier sind. 😊

Was das Kali Yuga mit unserem modernen Leben zu tun hat

Das Kali Yuga wird in den traditionellen Schriften als eine Zeit beschrieben, in der Menschen zunehmend von äußeren Einflüssen bestimmt werden.

Macht, Besitz, gesellschaftlicher Status und persönlicher Erfolg gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig nehmen innere Ruhe, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und spirituelle Orientierung ab.

Auch die körperliche und geistige Belastbarkeit der Menschen soll in diesem Zeitalter geringer sein. Wenn ich mir unsere heutige Gesellschaft anschaue, finde ich diese Beschreibung erstaunlich aktuell. Wir leben in einer Welt, in der Geschwindigkeit häufig wichtiger erscheint als Beständigkeit, Leistung mehr Anerkennung erhält als Erholung und wir uns ständig mit anderen vergleichen. Und genau hier wird es für mich als Ayurveda-Beraterin besonders interessant.

Denn viele Eigenschaften unseres modernen Lebens lassen sich wunderbar mit der ayurvedischen Lehre der drei Doshas erklären.


Warum unser modernes Leben Vata erhöht

Im Ayurveda unterscheiden wir drei grundlegende Funktionsprinzipien, die sogenannten Doshas: Vata, Pitta und Kapha.

Jeder Mensch trägt alle drei Doshas in sich, allerdings in einer ganz individuellen Ausprägung.

Vata steht für Bewegung, Leichtigkeit, Trockenheit, Kälte und Veränderung.


Und jetzt schauen wir uns einmal unseren Alltag an:

Wir reisen viel, wechseln ständig zwischen verschiedenen Aufgaben, sind rund um die Uhr erreichbar und werden mit Informationen regelrecht überschüttet.

Dazu kommen unregelmäßige Mahlzeiten, zu wenig Schlaf und oftmals kaum echte Ruhepausen.

All das besitzt Eigenschaften, die aus ayurvedischer Sicht Vata verstärken können.


Neben Vata spielt in unserer Leistungsgesellschaft auch Pitta eine große Rolle.


Pitta steht unter anderem für Transformation, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Durchsetzungskraft und Leistungsfähigkeit. Alles Eigenschaften, die durchaus positiv sind und die wir brauchen, um unsere Ziele zu erreichen. Problematisch wird es aus ayurvedischer Sicht allerdings, wenn wir dauerhaft unter Leistungsdruck stehen. Immer besser werden, immer mehr schaffen, immer erfolgreicher sein. Dieses ständige „Höher, schneller, weiter“ kann unsere Pitta-Energie aus dem Gleichgewicht bringen. Gereiztheit, Ungeduld, übermäßiger Perfektionismus und das Gefühl, niemals wirklich abschalten zu können, werden im Ayurveda unter anderem mit einem erhöhten Pitta in Verbindung gebracht. Und wenn dann ein hohes Vata auf ein überfordertes Pitta trifft, entsteht dann die Mischung, die viele von uns kennen:

Wir sind erschöpft, aber gleichzeitig innerlich aufgedreht.


Warum wir heute mehr Kapha brauchen


Kapha wird im Ayurveda den Elementen Erde und Wasser zugeordnet. Es steht für Stabilität, Ruhe, Beständigkeit, Erdung, Geduld und Regeneration. Kapha gibt uns im übertragenen Sinne den Boden unter den Füßen. Natürlich geht es nicht darum, Kapha grenzenlos zu erhöhen. Auch dieses Dosha kann aus dem Gleichgewicht geraten. Vielmehr geht es darum, die stabilisierenden Eigenschaften von Kapha ganz bewusst in unseren Alltag zu integrieren.

Denn je schneller und unruhiger unsere Welt wird, desto wichtiger wird es, einen inneren Gegenpol zu schaffen.


Je mehr Bewegung im Außen herrscht, desto mehr Ruhe brauchen wir im Inneren.

Und damit kommen wir zum vielleicht wichtigsten Punkt.


6 ayurvedische Empfehlungen für ein artgerechteres Leben


Das Schöne am Ayurveda ist, dass wir nicht unser gesamtes Leben auf den Kopf stellen müssen, um etwas zu verändern.

Oft sind es gerade die kleinen, regelmäßigen Gewohnheiten, die uns wieder mehr Stabilität schenken.


1. Iss regelmäßig und möglichst warm

Warme, frisch gekochte Mahlzeiten spielen im Ayurveda eine wichtige Rolle.

Besonders bei erhöhtem Vata werden regelmäßige Mahlzeiten mit nährenden, gut bekömmlichen Zutaten empfohlen. Eine warme Suppe, ein cremiges Dal oder ein frisch gekochtes Porridge können wunderbare Möglichkeiten sein, mehr Wärme und Regelmäßigkeit in deinen Alltag zu bringen.

2. Schenke deinem Schlaf mehr Aufmerksamkeit

Ausreichend Schlaf ist eine wichtige Grundlage für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden. Der Ayurveda empfiehlt, möglichst vor 22 Uhr zur Ruhe zu kommen.

Dabei geht es nicht um eine starre Regel, sondern darum, deinem Körper einen verlässlichen Schlafrhythmus zu ermöglichen.

3. Entwickle wohltuende Routinen

Vata liebt Veränderung. Aber ein übermäßiges Vata braucht Beständigkeit.

Regelmäßige Morgen- und Abendroutinen können dabei helfen, mehr Ruhe und Struktur in den Alltag zu bringen. Das muss nichts Aufwendiges sein.

Vielleicht beginnst du den Tag mit einer Tasse warmem Wasser, einer kleinen Atemübung oder ein paar Minuten Stille.

4. Reduziere deine tägliche Informationsflut

Handy, Nachrichten, E-Mails, Social Media – unser Gehirn bekommt kaum noch eine Pause.

Plane deshalb ganz bewusst Zeiten ein, in denen du nicht erreichbar bist.

Vielleicht bleibt das Handy beim Essen einfach einmal in einem anderen Zimmer.

5. Erlaube dir, nichts zu tun

Nicht jede freie Minute muss sinnvoll genutzt werden.

Manchmal ist es das Beste, einfach auf dem Sofa zu sitzen, aus dem Fenster zu schauen oder einen Spaziergang ohne festes Ziel zu machen. Im Ayurveda hat Regeneration einen ebenso wichtigen Stellenwert wie Aktivität.

6. Lebe im Einklang mit deiner persönlichen Konstitution

Was für einen Menschen ausgleichend wirkt, kann für einen anderen weniger geeignet sein.

Ein ausgeprägter Vata-Typ braucht häufig andere Empfehlungen als ein Mensch mit dominierendem Kapha oder Pitta. Deshalb gibt es im Ayurveda auch nicht die eine perfekte Ernährung oder Lebensweise für alle.


Es geht nicht darum, alles richtig zu machen. Es geht darum, herauszufinden, was für DICH richtig ist.


Ayurveda ist keine weitere Aufgabe auf deiner To-do-Liste

Und genau das ist mir besonders wichtig.

Wenn wir uns mit Ayurveda beschäftigen, sollte daraus nicht der nächste Leistungsanspruch entstehen. Du musst nicht jeden Morgen um fünf Uhr aufstehen, täglich meditieren, sämtliche Mahlzeiten frisch kochen und nebenbei noch ein perfektes Leben führen.

Das wäre ja nur wieder eine weitere Form unseres modernen Leistungsdenkens. 😊

Ayurveda möchte uns vielmehr dabei unterstützen, unsere eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen. Was tut mir gut? Was kostet mich Energie? Welche Gewohnheiten stärken mich? Und wo darf ich vielleicht ein bisschen liebevoller mit mir selbst umgehen?


Finde deinen persönlichen Weg mit Ayurveda

In meinen ganzheitlichen Ayurveda-Beratungen schauen wir gemeinsam darauf, welche Ernährung und welche Lebensgewohnheiten zu deiner individuellen Konstitution passen.

Dabei berücksichtigen wir nicht nur die ayurvedische Dosha-Lehre, sondern auch deinen persönlichen Alltag, deine Bedürfnisse und deine Möglichkeiten.

Denn was nützt dir die beste Empfehlung, wenn sie sich in deinem Leben überhaupt nicht umsetzen lässt?

Mein Ziel ist es, dir zu zeigen, wie du Ayurveda ganz unkompliziert und mit Freude in deinen Alltag integrieren kannst.

Nicht mit noch mehr Regeln und Druck, sondern mit einem besseren Verständnis für dich selbst.


Du möchtest herausfinden, was dein Körper wirklich braucht und wie du wieder mehr Balance in dein Leben bringen kannst?


Dann freue ich mich, dich in einer meiner individuellen Ayurveda-Beratungen begleiten zu dürfen.

Alle meine Angebote findest du hier:

Wir können die Welt nicht langsamer machen – aber unser eigenes Leben

Vielleicht können wir das Kali Yuga nicht ändern.

 
 
 

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