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Ayurveda beginnt im Kochtopf

Aktualisiert: 9. Aug.

Es heißt so schön, Ayurveda beginnt im Kochtopf. In der Küche werden die Ayurveda Köchinnen und Köche zu Alchemisten der Gewürze und Nahrungsmittel. Deswegen habe ich meine Ausbildung zur Ayurveda-Köchin als eine der fundamentalsten Elemente der ayurvedischen Heilkunde, sozusagen dem Herzstück des Ayurveda, gesehen. Denn hier beginnt der größte Weg des Menschen zur Heilung von Körper, Geist und Seele.


Im Ayurveda ist es eines der wesentlichen Ziele, die fünf Elemente:


  • Feuer

  • Erde

  • Wasser

  • Luft

  • Äther


die gerade vorherrschen, auszugleichen. Dementsprechend ist es die Aufgabe einer Ayurveda-Köchin zu überlegen, welche Gewürze, welche Nahrungsmittel für den Menschen, für den sie kocht, jetzt zu diesem Zeitpunkt, in dieser Jahreszeit, an diesem Ort am besten für die Menschen sind, die bekocht werden. Nach diesen Überlegungen sucht die Ayurveda-Köchin die jeweiligen Nahrungsmittel und Gewürze aus. Von dieser Vorgehensweise einmal abgesehen, sollte ein Ayurveda-Menü die nachfolgenden Grundprinzipien immer verfolgen.

Viele von uns kennen das, nach einer Süßigkeit haben wir Lust auf etwas Salziges und umgekehrt, wenn die Tüte Chips auf dem Sofa aufgefuttert ist, dann kommt die Tafel Schokolade gerade recht. Unser Körper verlangt intuitiv nach einem Ausgleich. Hier spüren wir schon bei diesem simplen Beispiel die Grundregeln des Ayurveda.


Unser Körper sehnt sich nach Ausgleich, er möchte alle Geschmacksrichtungen erfahren, denn er weiß, was für ihn gut ist. Und der Ayurveda weiß das auch. Aus ayurvedischer Sicht sollte darauf geachtet werden, dass in jedem Menü, in jeder Mahlzeit alle sechs Geschmacksrichtungen vertreten sind. Zum einen fühlen wir uns dann auf allen Ebenen genährt und befriedigt, zum anderen werden aus ayurvedischer Sicht mit diesen sechs Geschmacksrichtungen auch alle Dhatus, also alle Körpergewebe, genährt und damit eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben geschaffen. Die sechs Geschmacksrichtungen sind: Salzig, Süß, Scharf, Sauer, Bitter und Herb. Jedem dieser Geschmacksrichtungen werden jeweils zwei Elemente zugeordnet. Süß besteht aus Wasser und Erde, Salzig besteht aus Feuer und Wasser, Scharf besteht aus Luft und Feuer, Sauer besteht aus Feuer und Erde, Bitter besteht aus Luft und Äther und der herbe Geschmack besteht aus Luft und Erde.

Mit dem Bild, das jedem Geschmack Elemente zugeordnet sind, wird auch wieder klar, warum der Ayurveda die sechs Geschmäcker in einem Menü haben will, dann damit ist automatisch sichergestellt, dass alle Elemente in einem Menü vertreten sind und damit können alle Gewebe im Körper gut genährt werden.


Neben den Geschmäckern gehören vier Formen zu einem kompletten Ayurveda-Menü. Also jedes Ayurveda Menü sollte die nachfolgenden Nahrungszustände enthalten, die der Essende dann entsprechend Kauen, Lutschen, Essen oder Trinken kann. Mit dieser Formel stellt der Ayurveda sicher, dass genügend Flüssigkeit im Menü enthalten ist, damit die Verdauung gut funktioniert. Zu kauende Komponenten sind besonders für Pitta-Typen wichtig. Außerdem befriedigen diese vier Formen ebenfalls die Bedürfnisse des Essenden, so dass sich nach dem Essen eine wohlige Befriedigung einstellt.


Weiterer Leitfaden der Ayurveda Küche sind die acht Faktoren der Nahrung, welche die Basis für die Ernährungsregeln und Heilkunde des Ayurveda bilden.


1. Prakriti – dies ist das Prinzip, das der Essende im Mittelpunkt steht und das was diese Person braucht, um gesund zu werden, oder zu bleiben.

2. Karana – die Zubereitung, hierbei geht es darum die Speisen gut verdaulich für den Essenden zu machen, so dass ein Samagni erzeugt, bzw. gefördert wird.

3. Samyoga – die Kombination der Nahrung. Hier gibt es einige Grundregeln im Ayurveda zu befolgen, von Nahrungskombinationen, die sehr schwer verdaulich sind, wie zum Beispiel heiße Speisen mit kalten Speisen, Fisch in Kombination mit Fleisch und einige andere.

4. Rashi – die Menge der Nahrung, so sagt der Ayurveda, dass die beste Menge für eine Mahlzeit so viel ist, wie in zwei Hände passen. Dieses Prinzip gewährleistet, dass das Jathagni genügend Platz hat, um das Verdauungsfeuer richtig gut zum Lodern zu bringen. Ein komplett vollgestopfter Kamin brennt auch nicht gut.

5. Desha – die Herkunft der Nahrung und des Essenden gilt es zu berücksichtigen. Ayurveda heißt nicht, das ausschließlich mit indischen Gewürzen und Nahrungsmitteln gekocht wird. Es gilt in der ayurvedischen Küche die Prinzipien des Ayurveda regional und lokal anzuwenden. Also die einheimischen Kräuter und Lebensmittel zu verwenden und auch die kulturelle Herkunft des Essenden zu berücksichtigen.

6. Kala – die Zeit der Einnahme der Nahrung. Damit ist die Tageszeit gemeint, aber auch die Jahreszeit. Zum Beispiel sollten im Frühjahr andere Nahrungsmittel bevorzugt werden als im Winter, und am Morgen andere als zur Mittagszeit.

7. Upeyoga Sanstha – die Art der Einnahme. Hier empfiehlt der Ayurveda das Essen in Ruhe, in einer schönen Atmosphäre einzunehmen. Diese Empfehlung ist vor allen Dingen von energetischer Natur, denn wir nehmen mit dem Essen ja alle Informationen und Schwingungen um uns herum mit auf und deshalb sollte darauf geachtet werden in Ruhe und Harmonie zu essen, anstatt in Stress, Hektik an einem unsauberen Ort oder gar inmitten eines Streitgesprächs.

8. Upyokta – hier geht es darum, dass auch bei der Nahrungszubereitung die emotionalen Zustände der Köche in die Speisen einfließen, also auch wieder um einen energetischen Prozess. Deswegen wird empfohlen, dass sich die Köche vor der Zubereitung der Nahrung nicht nur äußerlich reinigen, sondern sich auch innerlich zentrieren, um wirklich gut zu kochen.


Abschließend ist für mich die wichtigste Herangehensweise der Köchin oder des Kochs die grundsätzliche Einstellung zu den Menschen, für die gekocht wird. Joel Robuchon hat das einmal wunderbar auf den Punkt gebracht.


„Man kann nicht kochen, wenn man die Leute nicht gernhat.“


Und wie Du für Dich und Deine ganz persönliche Konstitution, Deine geistigen und körperlichen Bedürfnisse kochen kannst. Das erfährst Du bei mir, bei einer ayurvedischen Anamnese und Typbestimmung. Dann bekommst Du einen ausführlichen Ernährungsplan und ich begleite Dich in Deinem Prozeß zu mehr Energie und Wohlbefinden mit Ayurveda. Mehr dazu findest Du auf meiner Website unter Ernährungs- und Gesundheitsberatung.


In diesem Sinne wünsche ich einen Guten Appetit. 😊



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